Mit dem Projekt „NATO erkunden“ nahm der Politik- und Wirtschafts-Leistungskurs der St. Ursula-Schule Geisenheim unter der Leitung von Frau Klepper am diesjährigen MediaSurfer – MedienKompetenzPreis Hessen teil und wurde unter zahlreichen Einsendungen aus ganz Hessen für die Preisverleihung in Kassel nominiert. Der Wettbewerb wird jährlich von der Medienanstalt Hessen veranstaltet und zeichnet besonders gelungene medienpädagogische Projekte von Kindern und Jugendlichen aus.
Das Projekt entstand im Rahmen der Unterrichtsreihe „Internationale Konflikte“ und beschäftigte sich intensiv mit der NATO, ihrer Geschichte, ihren Strukturen sowie ihrer aktuellen sicherheitspolitischen Bedeutung. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass die NATO insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder verstärkt im öffentlichen Fokus steht und damit auch für junge Menschen ein hochaktuelles Thema darstellt. Ziel war es deshalb, komplexe politische Zusammenhänge verständlich, kreativ und medial vielfältig aufzubereiten.
Dabei arbeiteten die Schülerinnen und Schüler nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch medienpädagogisch äußerst eigenständig. Unterschiedliche Themenbereiche – von der Historie der NATO über die NATO-Strategien bis hin zur Rolle des Generalsekretärs oder der US-Führungsrolle – wurden eigenverantwortlich recherchiert, analysiert und anschließend mit frei gewählten Methoden medial aufbereitet und präsentiert.
Besonders bemerkenswert war die große kreative Vielfalt der entstandenen Produkte. Die Schülerinnen und Schüler entschieden selbst, mit welcher medialen Methode sie ihren Themenbereich darstellen wollten. So entstanden unter anderem Podcasts, Instagram-Posts, Legevideos, Netflix-artige Serienkonzepte, GrafIz-Darstellungen sowie KI-generierte Interviewvideos. Dadurch wurde nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern auch die kreative und kritische Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler nachhaltig gestärkt.
Im Mittelpunkt des Projekts stand bewusst das selbstständige Arbeiten: Themenwahl, Methodenauswahl, Recherche, technische Umsetzung, Präsentation und Reflexion wurden nahezu vollständig eigenständig durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich dabei intensiv mit Fragen der Quellenbewertung, Informationsreduktion, digitalen Gestaltung sowie Chancen und Gefahren moderner Medien auseinander.
Nach Abschluss der Unterrichtsreihe entschied sich der Kurs, die Ergebnisse beim MediaSurfer 2025 einzureichen. Dafür wurde zusätzlich ein gemeinsames Wettbewerbsvideo produziert, in dem die verschiedenen Lernprodukte vorgestellt und filmisch zusammengeführt wurden. Für die Erstellung mussten erneut zahlreiche mediale Kompetenzen eingesetzt werden – vom Filmen über den Videoschnitt bis hin zur Vertonung und digitalen Nachbearbeitung.
Besonders groß war dann die Freude des Kurses, als die Vor-Entscheidung der Jury getroffen war: das Projekt NATO erkunden wurde tatsächlich für den Hessischen Medienkompetenzpreis nominiert. Die Nominierung für den MediaSurfer stellt bereits eine besondere Auszeichnung dar: Aus über 100 Einsendungen aus ganz Hessen wurden die besten Projekte ausgewählt und nominiert. Die Jury bewertete die Beiträge dabei nach pädagogischen, inhaltlichen und gestalterischen Kriterien.
Die feierliche Preisverleihung fand am 29.04.26 in Kassel statt und bot den nominierten Gruppen die Möglichkeit, ihre Projekte in einem professionellen Rahmen zusammengefasst zu präsentieren und sich mit anderen kreativen Medienprojekten aus Hessen auszutauschen. Dabei glich die Veranstaltung einer kleinen Oskar-Preisverleihung. Im voll besetzten IMAX Kinosaal – bestens mit Popcorn und Getränken ausgestattet – wurden die Nominierten sowie deren Produkte in den einzelnen Kategorien vorgestellt und schließlich feierlich mit einer Laudatio und entsprechendem Preisgeld gekrönt. Durch den Nachmittag führte die bekannte FFH-Moderatorin Julia Nestle, gemeinsam mit einem Co-Moderator und gepaart mit interessanten Reden aus Medienbildung, Kultusministerium und Politik. Musikalisch wurde die Preisverleihung eindrucksvoll vom „besten Schülerchor Deutschlands“ umrahmt. Auch wenn die St. Ursula-Schule am Ende keinen Preis gewann, war bereits die Teilnahme an der Preisverleihung ein besonderer Erfolg und eine große Anerkennung für die intensive Arbeit des Kurses. An der Stelle richtet sich ein besonderer Dank an Milo und Mathis, die trotz der schriftlichen Abiturprüfungsphase den doch recht weiten Weg nach Kassel auf sich genommen haben!
Insgesamt zeigt das Projekt „NATO erkunden“ eindrucksvoll, dass auch ein Thema wie die NATO fachlich fundiert, kreativ, eigenständig und medienpädagogisch innovativ bearbeitet werden kann. Besonders hervorzuheben ist dabei die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, sich mit einem komplexen politischen Thema kritisch auseinanderzusetzen und dieses gleichzeitig kreativ und adressatengerecht aufzubereiten. All das wird auch in den nachfolgenden, beispielhaft ausgewählten Zitaten der Schülerinnen und Schüler des Kurses deutlich:
„Mir hat das NATO-Projekt viel Spaß gemacht, weil wir eigenständig arbeiten und uns selbst eine Methode zur Bearbeitung unseres Themas auswählen konnten. Die Wettbewerbsteilnahme hat dem Projekt einen besonderen Anreiz gegeben. Inhaltlich habe ich ein besseres Verständnis für die NATO und ihren Aufbau sowie ihre Historie gewonnen. Gleichzeitig habe ich gelernt, Informationen aus unterschiedlichen Quellen kritisch zu vergleichen. In der Zusammenführung der verschiedenen Projekte zu einem Video waren Teamfähigkeit und Geduld wichtige Punkte. Besonders positiv war hierbei der meiner Meinung nach respektvolle Umgang miteinander. Das Projekt war für mich sowohl fachlich als auch persönlich eine große Bereicherung“. Mirja Post
„Mir persönlich hat das Projekt viel Freude bereitet. Es stellte einen Kontrast zu den sonstigen, häufig in der Schule angewandten Lernmethoden dar. So wurden die Inhalte nicht durch reines Auswendiglernen eingeprägt, sondern man selbst war gefordert, sich aktiv sowohl inhaltlich als auch gestalterisch mit seinem zugewiesenen Thema auseinanderzusetzen. Dabei war man in seiner Arbeit sehr frei und konnte sich an den unterschiedlichsten Methoden der Darstellung ausprobieren, solange die wichtigen Inhalte letzten Endes korrekt vermittelt werden konnten. Somit hatte das Projekt einen positiven Nebeneffekt: Es konnten nicht nur die Unterrichtsinhalte besser vermittelt, sondern auch der eigene Wissens-Horizont an Medienkompetenz erweitert werden. Daher ist ein Projekt solcher Art auch für zukünftige Klassen in jedem Fall weiterzuempfehlen“. Milo Schlosser