Wandertag am 21.10.2020 unter Pandemie-Bedingungen

Traditionell werden am „kleinen Wandertag“ der St. Ursula-Schule keine weit entfernten Ausflugsziele angepeilt, da die Schüler*innen den Rheingau erkunden sollen und das am besten zu Fuß. Dieses Konzept passt zu Corona-Zeiten sehr gut zu den vorgeschriebenen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, ist aber zunächst einmal nichts, womit man Teenager begeistern kann. Aus diesem Grund hat sich in diesem Jahr ein Team von Lehrerinnen etwas Besonderes einfallen lassen, eine digitale Schnitzeljagd mit der App „Actionbound“, die mit dem E-Learning Award und dem „digita“ (Deutscher Bildungsmedienpreis) ausgezeichnet wurde. 

Auf Initiative von Christine Berghof erstellten sie einen „Bound“ für Geisenheim, bei dem die Schüler*innen der fünf beteiligten Klassen beweisen mussten, ob sie den Ehrentitel „echte Geisenheimer“ verdienten, eher dem Typ „Höhengemeinde“ entsprachen oder sich wie ein „Tourist“ verhielten. Die Aufgaben, Rätsel und Challenges führten von der Kellers Grube, über die Innenstadt und den Pflänzer bis auf den Rothenberg und dabei waren nicht nur Ortskenntnis, Humor und fundiertes Wissen über die Geisenheimer Weinbergslagen, sondern auch körperliche Fitness gefragt.

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Die Schüler*innen der Klassen 8, 9 und 11 waren von der Idee begeistert, denn sie nutzten, passend zum BYOD-Konzept der Schule (Bring Your Own Device), ihre eigenen Smartphones, um in Kleingruppen durch Geisenheim zu streifen. Vorbereitend luden die Schüler*innen die App auf ihr Handy, loggten sich mit einen QR-Code in den jeweiligen „Bound“ der Klasse ein und starteten am ersten GPS-Punkt, an der Kapelle der Schule. Die Klassen von Christine Berghof (Deutsch, Biologie, ICDL), Janine Ensgraber (Chemie, Erdkunde), Miryam Jendreizeck (Deutsch, Englisch), Hannah Meyers (Mathe, Politik und Wirtschaft) und Kristina Wentnagel (Ethik, Kunst) genossen die Freiheit, ohne die Begleitung ihrer Lehrer*innen unterwegs zu sein. Per Internet und Laptop verfolgen die Pädagoginnen vom Klassenraum aus, ob jeder die festgesetzten GPS-Koordinaten erreichte und welche Gruppe die meisten richtigen Antworten wusste. 
Einige Schüler*innen überraschten durch ihre hohe Geschwindigkeit, denn der Ehrgeiz spornte sie dazu an, möglichst die erste Gruppe der Klasse zu sein, die den Bound beendete. So kehrten sie begeistert, außer Atem und mit schlammigen Schuhen in die Schule zurück, wo die Teams namens „Bionadis“, „keine Ahnung“, "Mathematik" und „LAM“ zu strahlenden Siegern gekürt wurden und den begehrten Preis, sehr viel Gummibärchen, in Empfang nahmen. 
Im Rückblick lässt sich sagen, dass dieser Wandertag ein gelungenes Pilotprojekt war, um Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren hier in Geisenheim mit einem spannenden Wettkampf zu beschäftigen und dabei Bewegung und Teamfähigkeit in den Vordergrund zu stellen. Da dies vielleicht auch für Familien oder andere Jugendliche in Winter- und Corona-Zeiten interessant sein könnte, bleibt die digitale Schnitzeljagd in der kostenlosen App „Actionbound“ freigeschaltet und kann von allen gespielt werden, die Spaß daran haben, eine politisch nicht immer ganz korrekte, sportliche und lustige Herausforderung anzunehmen, um ebenfalls den Ehrentitel „echter Geisenheimer“ tragen zu dürfen.