Am 21.06.2019 fand auf dem Gelände und in den Gebäuden der St. Ursula Schule das Ehemaligenfest anlässlich des 125sten Jubiläums statt. Neben Musik- und Theateraufführungen konnten sich die zahlreichen Gäste in geführten Rundgängen durch alle Gebäude über den Stand der Schule im Jahr 2019 informieren. Grill- und Getränkestände luden zum längeren Verweilen ein, Schnupperunterricht in den naturwissenschaftlichen Räumen und zahlreiche Spielangebote für die Kinder sorgten für ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Frau Lorenz und einer besinnlichen Einstimmung durch Klemens Rasche war ursprünglich geplant, dass sich die ehemaligen Schüler*innen an den ausgewiesenen Jahrgangstischen vor der Sporthalle, auf dem Schachbrett und im Eberbacher Hof trafen. An diese Regelung hielt sich nahezu niemand: So, wie es schon immer an unserer Schule üblich war, mischten sich alle Jahrgänge bunt durcheinander, tauschten Erinnerungen aus, stießen mit einem Gläschen Jubiläumssekt der Hochschule Geisenheim an und feierten gemeinsam.

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Nach Beendigung des offiziellen Teils um 17.00 Uhr verwandelte sich der Eberbacher Hof dank des Bistros in eine Straußwirtschaft mit musikalischer Untermalung durch eine spontan zusammengestellte Ehemaligen-Band. Wer braucht schon Proben oder Noten?

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Anspruchsvolle Jazz-Improvisationen und vertraute Klänge aus vielen Abschlussjahren, die durch Gesangseinlagen des Publikums unterstützt wurden, bescherten den aktiven und ehemaligen Ursulinen einen wunderschönen Sommerabend bei bestem Wetter - St. Ursula-Feeling pur!

Im Vorfeld und im Hintergrund engagierten sich zahlreiche helfende Hände, um das Fest auf die Beine zu stellen. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle!

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Schülerbericht zum III. Philosophischen Blockseminar: „Heroisch leben - was sonst?“
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Im Philosophieprojekt während der Projektwoche des Schuljahres 2018/2019 beschäftigten wir uns mit dem Thema „Heroisch leben – was sonst?“. Im Verlauf des dreitägigen Seminars befassten wir uns mit der Frage, was Helden für uns sind und was den typischen Helden ausmacht.
Vor Beginn des Seminars sollte jeder Teilnehmer einen persönlichen Helden, einen Star und einen Helden heraussuchen. Am Einfachsten fiel uns die Wahl eines Stars, da diese nicht sonderlich persönlich entschieden, sondern gesellschaftlich anerkannt werden. Zu Vorbildern gehörten Sportler wie Mats Hummels, Personen, die einen außerordentlichen Dienst für die Gesellschaft verrichtet hatten, wie Siegfried Steiger, berühmte Wissenschaftler wie Stephen Hawking oder auch die Großeltern. Bei den persönlichen Helden, die mitgebracht wurden, trafen wir auf die erste wichtige Frage. Da sowohl persönliche Helden, wie Nelson Mandela, die als reale Helden ganzer Nationen gelten, und typische Superhelden wie „Iron Man“ oder „Superman“ mitgebracht wurden, stellten wir und die Frage was Helden eigentlich sind. Mit Herrn Zern und Herrn Dr. Schlicht, dem ehemaligen Schulleiter dieser Institution, kamen wir zu dem Schluss, dass Helden nicht nur nach den bekannten Stereotypen, sondern auch sehr persönlich und subjektiv definiert werden. Es wurden auch gewisse Schnittmengen zwischen Held, Star und Vorbild gefunden, da Helden (sowohl reale als auch fiktive) und Stars auch meistens Vorbilder sind. Daraufhin war das besprochene Thema, was Stars und Helden so vorbildhaft macht, und warum sie so erstrebenswert auf uns „normale“ Menschen wirken.
Letzten Endes war die Antwort darauf, dass Stars und Helden das verkörpern, was wir beneiden, und genau so sein wollen wie diese. Beispielsweise werden solche Attribute wie Risikobereitschaft und Wagemut bei Helden, oder das vorgespielte perfekte Leben der Stars begehrt. In solchen Momenten vergessen wir, dass Stars und die meisten Helden lediglich Menschen sind, in deren Leben und Abenteuer wir fliehen, um die eigenen Probleme zu vergessen. Wir entdeckten daran jedoch eine gewisse Ironie, dass das Ausweichen und Ignorieren der eigenen Probleme genau das ist, was nicht heldenhaft ist und dem widerspricht, was wir anstreben und an Heroen beneiden.
„Wer also das Gute verwirklicht, indem er auf das Furchtbare, auf die Verwundung, zugeht, der ist wahrhaft tapfer. Dieses >Zugehen< auf das Furchtbare aber hat zwei Weisen (…): Standhalten und Angriff.“
Dieses beeindruckende Zitat stellt genau den Schluss dar, zu dem wir als Definition der Tapferkeit kamen. Der Angriff, als eine der zwei Weisen des Zugehens auf das Furchtbare, haben wir so interpretiert, dass dies als Anpacken oder Angehen zu verstehen ist.
Am Dritten Tag wurde das allgemeine Interesse an diesem spannenden Thema durch eine Exkursion auf die Burg Klopp in Bingen gesteigert. Diese kleine Reise stellte unsere eigene Heldenreise dar, die einige Elemente des erwähnten Musters erfüllte, unter Anderem der endgültige Scheideweg am Anfang der Reise, welches bei uns die Fahrt über den Rhein war, und das stete Ankämpfen gegen die allgegenwärtige Hitze (unsere persönliche Heldenaufgabe).
Auf diesem Weg machten wir einige Verschnaufpausen, in denen wir das schon Besprochene vertieften. Zu der gewählten Location passend, setzten wir uns noch mit den Bewohnern einer mittelalterlichen Burg und den damaligen Umständen auseinander. Am Ende des sonnigen Tages nutzten wir die „Podeste“ und schossen ein paar Fotos, auf denen wir den Marmorstatuen der Antike und Renaissance nachempfunden waren.
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Zu den dort erhaltenen finalen Erkenntnissen gehörte unter anderem, dass wir Menschen unserer unumstößlichen Vergänglichkeit bewusst werdend, versuchen, uns selbst zu verewigen, einen tiefen Fußabdruck während unserer endlichen Zeit auf diesem Planeten zu hinterlassen, der uns überdauert und genau das schätzen wir an Helden. Sie sind befähigt, in den Erinnerungen der Menschen zu verweilen und das über ihren Tod hinaus. Seien es nur Superhelden, oder reale Heroen, die Nationen befreiten, Leben retteten oder Menschen bekehrten. Das Wundervollste an Helden jedoch ist, dass sie nicht um der Berühmtheit Willen, tun was sie nun eben tun, sondern aus reinster Nächstenliebe.
In dem persönlichen Bestreben, jemand anderes zu sein, sich selbst zu verbessern, die eigene Unzufriedenheit zu bekämpfen und dem Neid auf andere Personen, vergessen wir
jedoch viel zu schnell, dass wir in unserer Vergangenheit sicherlich ab und zu der Held für jemand anderen waren oder heroische Stolpersteine beseitigen mussten, ja, man braucht wirklich keinen Superheldenanzug oder Laserblick um Held zu sein.
Halten Sie doch einmal einen kurzen Moment inne und schauen auf Ihre Vergangenheit.
Sie finde sicherlich Momente, in denen sie ein wahrer Held waren.
Text: Julius Hardt; Fotos: Helin Kara
 

Unterstufensprecher:

Luis Murua Diaz, Luisa Wurm, Jonathan Bagus aus Klasse 6a

 

Mittelstufensprecher:

Kim Boos (10b), Mariella Balk (9b), Elias Grundler (10c), Moritz Schäffer (10c)

 

Oberstufensprecher:

Lukas Neubauer, Jesko Zell, Jakob Lehner, Helin Kara aus Jahrgang Q1

 

Schulsprecher:

Katja Bieber, Nelly Sölling aus Jahrgang Q1

 

Vertrauenslehrer:

Herr Große-Böckmann

Seit drei Jahren gehört die St. Ursula-Schule zu den Certilingua Schulen in Hessen, die zusammen mit dem hessischen Kultusministerium ein entsprechendes Exzellenzlabel verleihen dürfen. Das Certilingua Exzellenzlabel bestätigt gute bis sehr gute Sprachkenntnisse in zwei modernen Fremdsprachen, an der St. Ursula-Schule Englisch und Französisch, sowie interkulturelle Kompetenzen belegt durch einen Bericht nach einem zweiwöchigen Auslandsaufenthalt mit interkultureller Fragestellung und sehr guten Leistungen in Fächern wie Politik und Wirtschaft und Geschichte.  
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Das Fach Geschichte wird an der St. Ursula-Schule, entsprechend den Bedingungen an eine Certilinguaschule, bilingual unterrichtet. All dies hat die erste Kandidatin Magadalena Mauer mit Bravour gemeistert. Ihr Berufspraktikum am Lighthouse in Poole, dem zweitgrößten britischen Kulturzentrum außerhalb Londons, hat sie genutzt, um die interessante Frage nach der unterschiedlichen Motivation zum Besuch kultureller Veranstaltungen in Großbritannien und Deutschland zu beleuchten. Ihr entsprechender Bericht wurde in der vom Hessischen Kultusministerium initiierten Bewertungsrunde sehr positiv bewertet. Darüber freuen sich neben Magdalena die betreuenden Certilingua-beauftragten der St. Ursula-Schule Liane Gürbig und Ruth Freimuth und natürlich die Schulleiterin Brigitte Lorenz.