„Jetzt ist es Zeit zu gehen.
Es wurde viel bewegt,
vielen Dank, Sie haben uns geprägt…“
Mit diesen Liedzeilen verabschiedeten Luis und Mathis ihre Schulleiterin während der bewegenden Abschiedsfeier – Worte, die das Wirken von Brigitte Lorenz in besonderer Weise zusammenfassen.
Ihre Verbindung zur St. Ursula-Schule reicht weit zurück: Schon als Schülerin hat sie die Werte der Ursulinen kennengelernt und verinnerlicht. Später lebte sie diese als Lehrerin für Deutsch und Englisch, als Fachbereichsleiterin und schließlich als Schulleiterin vor und gab sie an Generationen von Schülerinnen und Schülern weiter. Die enge Verbundenheit mit der ursulinischen Tradition – welche sich in zahlreichen Erinnerungen in Kapelle, St. Jospeh und im Kronberger Hof wiederfinden – und den Schwestern war ihr dabei stets ein Herzensanliegen.
In ihrer Rolle als Schulleiterin hat sie die Entwicklung unserer Schule über viele Jahre geprägt und viel bewegt. Mit großem Engagement stellte sie sich den unterschiedlichsten Aufgaben, hörte zu, vermittelte und suchte nach Lösungen. Es war ihr wichtig, alle Mitglieder der Schulgemeinschaft einzubeziehen – Lehrkräfte, Eltern und besonders die Schülerinnen und Schüler. Dazu gehörte neben dem immer offenen Ohr bisweilen auch die Kulissen für eine Theateraufführung zu bauen.
Eine der größten Herausforderungen ihrer Amtszeit war sicherlich die Corona-Pandemie. Mit Flexibilität und Ausdauer gelang es ihr, die Schule immer wieder an die sich ständig ändernden Vorgaben anzupassen, Homeschooling zu organisieren und trotzdem Nähe und Gemeinschaft zu bewahren. Auch in Fragen der Digitalisierung und Schulentwicklung zeigte sie sich offen und mutig, neue Wege zu beschreiten.
Ihre kreative Seite bereicherte das Schulleben in besonderer Weise: Musicals und Theaterproduktionen lagen ihr am Herzen, und sie nahm sich sogar die Zeit, eigene Plots, Dialoge und Lieder zu verfassen und mit den Akteuren einzustudieren. Zahlreiche Fotos vor ihrem Büro zeugen noch heute von diesen lebendigen Projekten. Die „Ära Lorenz“ war stets auch eine Zeit der kulturellen Vielfalt, die Schülerinnen und Schüler nachhaltig begeisterte.
Besonders deutlich wurde ihre Leidenschaft für das Unterrichten während ihrer letzten Fahrt nach Weimar. Immer wieder betonte sie dort, dass sie die Schülerinnen und Schüler am meisten vermissen werde. Diese Worte zeigen, dass sie trotz aller Leitungsaufgaben nie den Kern von Schule aus den Augen verlor: guten Unterricht und die persönliche Begleitung der ihr anvertrauten jungen Menschen.
Die vielen herzlichen Worte, Geschenke und Überraschungen bei ihrer Verabschiedung am letzten Schultag machten sichtbar, wie sehr Frau Lorenz von der gesamten Schulgemeinde geschätzt wird. Abschiede sind oft mit Wehmut verbunden, doch im Sinne der Liedzeilen von Luis und Mathis bleibt das Bewusstsein: Wer so vieles bewegt und geprägt hat, hinterlässt bleibende Spuren.
Nun liegt ein neues Kapitel vor ihr – ohne Stundenplan, Gong oder Konferenzen, dafür mit Zeit für Familie, Hobbys und all die Dinge, die Freude machen.
Liebe Brigitte, wir danken dir von Herzen für alles, was du für unsere Schule geleistet hast, und wünschen dir Gesundheit, Glück und viele erfüllende Momente. Die von dir begonnenen „Tradivisionen“ werden wir in deinem Sinne fortführen.
Lesen Sie hier die aktuelle Berichterstattung des Rheingau-Echos zur Verabschiedung von Brigitte Lorenz: