Im Schuljahr 2024/25 wagte sich rund die Hälfte des Wahlfachkurses TUN (Technik, Umwelt, Nachhaltigkeit) der 10. Jahrgangsstufe an ein ganz besonderes Projekt: Gemeinsam nahmen wir am bundesweiten Wettbewerb „Song Contest: Dein Song für EINE WELT!“ teil. Dieser Wettbewerb wird alle zwei Jahre von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgerichtet. Er lädt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus aller Welt dazu ein, musikalische Beiträge zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) zu entwickeln – Songs, die sich mit Themen wie Gerechtigkeit, Frieden, Umwelt- oder Menschenrechten auseinandersetzen.
Von den Nachhaltigkeitszielen zur Idee eines Songs
Am Anfang stand die Auseinandersetzung mit den sogenannten Sustainable Development Goals. Jede Schülerin und jeder Schüler hielt dazu ein Referat über eines der 17 Ziele, wir diskutierten, verglichen und stimmten schließlich ab, welches Thema wir in unserem Song bearbeiten wollten. Die Entscheidung fiel auf ein Ziel, das uns besonders berührte: Diskriminierung bekämpfen und Gleichheit fördern.
Schnell war klar: Unser Song sollte verschiedene Facetten von Diskriminierung beleuchten. In Kleingruppen wurden Strophen zu folgenden Themen entwickelt: Hautfarbe, Frauenrechte, Kinderarbeit, Religion und Glaube. Der Refrain verband alle Strophen miteinander. Seine klare Botschaft: „Mensch ist Mensch, egal wer du bist. Wir stehen zusammen, vergiss das nicht. Gemeinsam sind wir stark und frei. Lasst uns handeln, bevor es bricht – denn Unterdrückung wollen wir nicht!“
Vom Text zur Musik – eine kreative Herausforderung
Nachdem die Texte standen, begann die spannende Frage: Wie soll unser Song klingen? Schnell entstand die Idee, die Strophen als Rap zu gestalten und den Refrain melodisch zu singen. So konnten wir die Dringlichkeit der Botschaft mit der Emotionalität einer eingängigen Melodie verbinden.
Unter meiner Unterstützung wurde die Melodie für den Refrain komponiert und am Klavier umgesetzt. Beim Proben zeigte sich: Das Ganze war anspruchsvoller, als wir anfangs gedacht hatten. Schließlich sind wir kein Chor – und ich bin keine Musiklehrerin . Doch mit viel Geduld, Ausdauer und gegenseitiger Unterstützung gelang es uns, Schritt für Schritt zu einem überzeugenden Ergebnis zu kommen. Ein besonderer Moment war, als wir die ersten vollständigen Proben machten: Rap und Gesang fügten sich zusammen, Elliot begleitete am Klavier, der Rapbeat kam digital hinzu. Plötzlich war da nicht mehr nur ein Klassenzimmerprojekt, sondern ein richtiger Song mit Energie und Aussagekraft.
Ein Auftritt vor großem Publikum
Nachdem die Aufnahme eingereicht war, folgte ein weiteres Highlight: Wir durften unseren Song beim Soligottesdienst am Tag der Begegnung live vor der gesamten Schulgemeinschaft präsentieren. Luis begleitete uns dabei am Klavier, Mathis am Schlagzeug! Für viele war das der aufregendste Moment, der aber auch Überwindung gekostet hat – auf der Bühne zu stehen, die eigene Stimme zu erheben und die Botschaft vor hunderten Zuhörerinnen und Zuhörern zu teilen. Die positive Resonanz hat uns sehr bestärkt.
Unsere Botschaft
Mit unserem Song wollten wir ein klares Zeichen gegen Diskriminierung setzen. Wir möchten Menschen dafür sensibilisieren, nicht wegzuschauen, wenn Ungerechtigkeit geschieht, sondern aktiv hinzusehen und zu helfen. Jeder Mensch ist wertvoll und verdient Respekt – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Alter oder Religion.
Dieser Gedanke knüpft direkt an die Haltung an, die wir als Schulgemeinschaft auch mit dem vom Bistum Limburg veröffentlichten Button „Nie wieder“ vertreten: Nie wieder Ausgrenzung, nie wieder Diskriminierung – sondern gemeinsames Einstehen für Menschlichkeit, Vielfalt und Demokratie. Damit setzen wir ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus.
Ein starkes Erlebnis, auch ohne Preis
Mitte September 2025 erreichte uns die Nachricht, dass unser Song es leider nicht auf das offizielle „Eine-Welt-Album“ geschafft hat. Enttäuscht waren wir zunächst ein bisschen – aber schon bald überwog der Stolz: Wann hat man schon die Gelegenheit, selbst einen Song zu dichten, zu komponieren, einzusingen und sogar live aufzuführen?
Für uns war die Teilnahme eine wertvolle Erfahrung, die uns noch lange begleiten wird. Wir haben gelernt, was es heißt, gemeinsam ein kreatives Projekt umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen, Durchhaltevermögen zu zeigen – und eine Botschaft in die Welt zu tragen, die uns wichtig ist. Wir sind dankbar für diese Möglichkeit und stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Und auch wenn wir keinen Preis gewonnen haben, wissen wir: Unser Song hat bewegt – und das zählt mindestens genauso viel.
Wer möchte, kann hier Songtext Diskriminierung Mensch ist Mensch by TUN KLEP den Songtext zu unserem Song nachlesen. Derzeit ist unser Song auch noch online auf der Seite www.eineweltsong.de verfügbar. Um ihn zu hören, einfach folgenden Link wählen https://soundcloud.com/eineweltsong/tun-10-diskriminierung-mensch-ist-mensch
Das Bild zum Song-Contest wurde uns freundlicherweise vom Song-Contest-Team zur Verfügung gestellt. ©Engagement Global
Für den TUN-Kurs der Jahrgansstufe 10 Schuljahr 24/25 – Tabea Klepper