Wenn es möglich ist das Buch, das wir gerade im Unterricht lesen, als Theaterstück zu sehen, nimmt unser Französischkurs diese Gelegenheit gerne wahr. Dieses Mal waren wir in der Jungen Bühne Mainz und haben am Mittwoch, dem 5.November, die Aufführung von Huis clos von Jean-Paul Sartre („Geschlossene Gesellschaft“) besucht.
Die drei Figuren – Joseph Garcin, Inès Serrano und Estelle Rigault – finden sich nach ihrem Tod in einem Salon wieder, der als Hölle dient. Sie sind dazu verurteilt, für immer miteinander auszukommen. Jeder der Charaktere wird mit seiner Vergangenheit, seinen Schuldgefühlen und moralischen Fehlern konfrontiert, die nun in der ewigen Gesellschaft der anderen aufgedeckt werden.
Das zentrale Thema ist Sartres berühmter Satz: „Die Hölle, das sind die anderen.“ Er bedeutet, dass der Mensch sich durch den Blick und das Urteil anderer definiert und dadurch seine eigene Freiheit einbüßt – was letztlich eine Form der Hölle darstellt. Das Stück thematisiert somit die Abhängigkeit von der Anerkennung anderer, die Verantwortung für das eigene Leben sowie grundlegende Fragen der Existenz.
Die Inszenierung hat uns den Text auf anschauliche Weise nähergebracht und uns weiter zum Nachdenken angeregt.